Festakt Gablitz 2019

Das Wort und …

Festsaal Gemeindeamt Gablitz
16.06.2019 • 11:00
www.ferdinand-ebner.at


Festakt mit Dr. Erhard Busek,

100 Jahre Hauptwerk von Ferdinand Ebner „Das Wort und die geistigen Realitäten“.
Verfasst in Gablitz in den ersten Monaten der jungen Republik, in den Wintermonaten 1918 -1919
„Schön“ geschrieben vom Komponisten Mathias Hauer im April 1919.
Das vernichtende Gutachten stellte Ebner schließlich an die Spitze. (16.6.1919)
2019 wird endlich die englische Übersetzung erscheinen:
„The Word and the Spiritual Realities“

Presse-Mitteilung

Schlagworte: Dr. Erhard Busek, Politik, Philosophie, junge Republik, Hauptwerk, Ferdinand Ebner

Thomas Bernhard setzte Ferdinand Ebner in „Gehen“ und „Holzfällen“ ein Denkmal.
1931 wurde Th. Bernhard geboren, F. Ebner starb.
Das 18. Fragment schloss Ebner mit: “Ende. Gablitz, 1. März 1919“
Dem Poster rechts oben ist diese letzte Seite von Ebners Hauptwerk in der Erstfassung untergelegt.
Für seine Sammlung der Fragmente hat Ebner den Titel gewählt:
„Das Wort und die geistigen Realitäten“

Der Festakt zur 100-Jahr-Feier findet am 16.Juni 2019 um 11.00 Uhr in Gablitz statt.
Fest-Vortrag von Dr. Erhard Busek.


„Sie mit Ihrem Ferdinand Ebner“

(Thomas Bernhard in „Gehen“ Seite 100, Suhrkamp)

Am 1. März sind es 100 Jahre, dass Ferdinand Ebner sein Hauptwerk „Das Wort und die geistigen Realitäten“ fertiggestellt hat – trotz Gelbsucht, Karlsbader Kur, Fressattacken und wider alle seine Zweifel.
Der Weg der 18 Fragmente ins „Licht der Welt“ sollte lang werden (für die englisch-amerikanische Übersetzung wird derzeit – nach 100 Jahren! – eine Druckerei samt Sponsor gesucht, Übersetzungen ins Französische und Russische stehen noch aus).
Zunächst hat Ebner selbst noch weggestrichen und hinzugefügt, sodass er am 7.März 1919 im Tagebuch notiert hat:
„So wäre ich denn also wirklich fertig.“

Dann musste er das, was er auf der Rückseite von Formularen der Brotkommission hingeschrieben hatte, in lesbare Reinschrift bringen. Dazu besorgte er sich anständiges Papier in Wien.
Am 12.April konnte er feiern gehen, was 2018 Anlass des 99-Jahr-Festls war. Sein damaliger Freund, der Komponist J. Mathias Hauer, übertrug dann die Reinschrift in Schönschrift und trotzdem fiel das Werk durch.
Aber Ferdinand Ebner gab nicht auf. Am 16.Juni 1919 nahm er den Text des vernichtenden Gutachtens in sein Vorwort auf. Einen Monat später schickte er sein Werk zu Theodor Haecker, der es nach Innsbruck zu Ludwig Ficker und seinem Brenner weiterleitete. Dort wurde es zuerst auszugsweise und 1921 als Buch veröffentlicht.
Ebners Werk ist aus den Brüchen des 1.Weltkriegs entstanden. Die Monarchie war der Republik gewichen.

In dieser Zeit gab es in Deutsch – Österreich:

die Ehereform:
Was sollte vom wahrhaft religiösen Standpunkt gegen die Ehereform, gegen die staatlich durch ein Gesetz erlaubte Wiederverehelichung Geschiedener eingewendet werden?
– Tagebuch 24. 1. 1919.

Mangel an Energie:
Der Südbahnzug konnte aus Wien nicht hinaus, weil – keine Kohlen da waren.
– Tagebuch 8.2.1919

Die Kirche:
Die Kirche hat das Religiöse verwirrt … Übrigens bleibe ich dabei: Es kann ein Mensch auch innerhalb der Kirche wahrhaft religiös sein, das rechte Gottesverhältnis haben und darin selig werden.
– Tagebuch 12.2. 1919

‘Religiöse’ Wahlagitation:
In Wien sind Wahlplakate zu sehen mit dem Aufdruck ‘Glaubst du an Gott?’ – worauf sich dann von selber ergänzt ‘dann wählst du christlich-sozial’ … die gewissenlose Verhetzungstätigkeit mancher Priester, dreht natürlich dann den Satz auch um: Wer nicht christlich sozial wählt, der glaubt nicht an Gott. Entsetzlich!
– Tagebuch 12.2.1919

Wahl in die Nationalversammlung:
Ich enthielt mich der Wahl.
– Tagebuch 22.2.1919

Ebner erlebte Abgeschlossenheit und Ich-Einsamkeit. Mit dem Bild der Chinesischen Mauer, die ihn umgibt, beschreibt er immer wieder seine Lage. Sein ganzes Denken ist der Versuch, diese Mauer zu überwinden, ja zu sprengen. Aktuell?
Mauer und Zaun sind derzeit „in“, koste es, was es wolle.
Das Heilmittel Ebners klingt einfach, fast zu simpel: es ist „das Wort“, allerdings nicht das ge-twitterte „Wort“, das sich in der Welt verliert, es ist das gerichtete Wort auf ein „Du“, wo wir uns eine Hörerin, einen Hörer des „Wortes“ erwarten, womit wir erst in der Ebnerschen geistigen Realität zum „Ich“ werden. Damit das „Wort“ beim „Du“ überhaupt ankommen kann, ist es in „Liebe“ (zumindest „Würde“) zu verpacken.
Der Festakt zum 100-Jahr-Jubiläum findet am 16. Juni 2019,11.00 Uhr in Gablitz statt, wo Ferdinand Ebner sein Werk verfasst hatte. Er steht unter dem Motto „Das Wort und … “, wobei dem kleinen „und“ die große Bedeutung zukommt.

Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis der Fragmente macht das deutlich:
Wort UND Liebe, Wort UND Persönlichkeit, Wort UND Menschwerdung, Wort UND Selbstbewusstsein, Wort UND Wahrheit, Wort UND Klang, Wort UND Vernunft, Wort UND mathematische Formel, Wort UND Sünde, Wort UND Philosophie, Wort UND Wissenschaft, Wort UND Kultur, Wort UND Christentum.

Dr. Erhard Busek ist Mitglied der Internationalen Ferdinand Ebner Gesellschaft und wird den Fest-Vortrag „Das Wort und …. die Politik“ oder „Was kann ein Volksschullehrer der Politik sagen“ halten.


Hilfreiche Links und Quellen:
www.ferdinand-ebner.at
Ferdinand Ebner online Edition, Universität Salzburg [http://wfe.sbg.ac.at/exist/apps/Frontpage/index.html]
Internationale Ferdinand Ebner Gesellschaft [ http://www.ebner-gesellschaft.org/]mit Book-Shop [ http://www.ebner-gesellschaft.org/webshop] und Themen für auszuzeichnende VWAs (vorwissenschaftliche Arbeiten)
Forschungsinstitut Brenner-Archiv, Innsbruck [https://www.uibk.ac.at/brenner-archiv/]
Heimatmuseum Gablitz [ https://www.gablitz-museum.at/startseite.html ]