Ferdinand Ebner

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Ebner – Baudelaire – Dante



 
Ebner näher kennenlernen mit Jubilaren, das ist der Leitgedanke des Philosophischen Ateliers.
Aus dem Atelier meldet sich Ilse Pauls:
Sehr geehrte Ferdinand Ebner Interessierte!
Es tut mir sehr leid, dass dieses Jahr wieder kein Philosophisches Atelier in unserem Haus stattfinden kann.
Es waren immer sehr schöne Gespräche und Begegnungen.
Ich darf ein passendes, von mir gemaltes Bild, beisteuern.
Ilse Pauls



 
2021 feiern wir Dantes 700ten Todestag und Baudelaires 200ten Geburtstag.
Baudelaire begleitet Ebner das ganze Leben. Dante kommt erst zu Ostern 1918 in sein Leben und es ist keine Liebe auf den ersten Blick.
Blumen, i fiori, les fleurs sind das gemeinsame Thema, geografisch Gablitz, Florenz und Paris, dem Entsprechen die Wochen 38,39 und 40. In der Woche 41 ist Ebners 90ster Todestag das Thema.
Hahnenfuß und Löwenzahn haben es Ebner in Gablitz angetan. Aber vorerst kommen wir von Dantes dunklem Wald zu Ebner:
Riesenhafte Stämme von einer Höhe, wie ich sie bis jetzt noch nicht gesehen habe, schöne grüne Rasenflächen darunter, helles Licht zwischen den Baumstämmen im Vordergrund, dunkle Schatten im Hintergrund, ohne das Düstere und Unheimliche der Fichtenwälder.
Merkwürdig, ich, der ich von mir glaube, an der Welt überhaupt nicht mehr anders interessiert zu sein als an einem ethischen Probleme, entdecke noch einmal in mir die Möglichkeit eines intimen Liebesverhältnisses zur Natur.

Brief Kö III, 68 an L.K.
Florenz und die Lilie, die mit Dante ins Paradies wandert: Rose, Blumenwiese. Lilien als des rechten Weges Warten (Paradiso XXIII). Insgeheim macht Dante so seine Geburtsstadt, die Stadt der Blumen mit dem Dom Sta. Maria dei Fiori (auch wenn dieser erst nach Dante erbaut worden ist) zur Paradies-Landschaft.


 
Und Baudelaire?
Er gibt den Blumen seiner Stadt eine andere Bedeutung, Fleurs du Mal, Blumen des Bösen.
Für viele eine Weiterführung von Dantes Inferno.
Gedicht in Prosa als Kontrapunkt zu Ebner:
Wie die sich neigenden Herbsttage ergreifend sind! …
Natur, du Zauberin ohne Erbarmen, immer siegreiche Gegnerin, lass ab von mir! …
Die Suche nach Schönheit ist ein Zweikampf, bei dem der Künstler aus Bangigkeit schreit, bevor er noch besiegt wird!
(Baudelaire, Das Bekenntnis des Künstlers, Projekt Gutenberg)
.




Oder sollten wir doch auf einer der vielen Brücken von Paris an Ebner denken:

Die Brücke von der Icheinsamkeit des einen zu jener des anderen Bewusstseins:
Das Wort.
O wie schrecklich ist das.
Wortloswerden einer menschlichen Existenz – der ‘innere’ Tod. Tb Juli 1922

Hab ich der Worte wahren Grund verstanden? …
Ich heiße Beatrice. (Inferno, II)
Für diese Woche wird das 5. Philosophische Atelier geschlossen.
Nächste Woche wird fortgesetzt mit:
Die ‘Icheinsamkeit’ wahrnehmen: sie als Übel und als das Übel fühlen. Ebner Tb 3.7.22
Paris und Wege im Purgatorium. Bleiben sie dran!

gemaltes Bild © Ilse Pauls
Fotos © Dr. Herbert Limberger
nicht vollständig angeführte Quellen:  wie bisher

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